Transkript Podcast AN·WEND·BAR

#5 How to Kommunalwahl 2026

Transkript Folge 5: „How to Kommunalwahl 2026“

AN·WEND·BAR, der Praxispodcast. Schön, dass Du wieder reinhörst. Ich begrüße dich ganz herzlich bei AN·WEND·BAR, dem Podcast für Impulse in der außerschulischen Jugendarbeit. Wir laden interessante Personen ein, die uns ihre Expertise zu aktuellen Themen, die euch in der Praxis gerade beschäftigen, zur Verfügung stellen. Für mehr Informationen zum Podcast und zur aktuellen Folge schau vorbei unter www.bezjr.de/podcast. In den Shownotes findest Du außerdem Informationen zum Gast und zu Inhalten dieser Folge. Der Podcast ist ein Angebot des Bezirksjugendrings Schwaben.

In dieser Folge dreht sich alles die Kommunalwahl 2026 und darum, wie wir sie in der Jugendarbeit greifbar, spannend und alltagsnah können. Von niedrigschwelligen Methoden über Fragen zur Haltung bis hin zum Umgang mit Unsicherheit und Lobbyarbeit ist alles dabei. Wir sprechen mit Kolleg:innen aus der Praxis, teilen erprobte Ideen und zeigen, wie Jugendliche wirklich erleben können, dass Politik etwas mit ihren eigenen Leben zu tun hat. Viel Spaß beim Hören!

Lorenz: Ja, hallo und herzlich willkommen auch von unserer Seite.

Lisa: Hallo.

Lorenz: Ihr habt’s gehört, heut geht’s vor allem die Kommunalwahl 26 in Bayern und darum, warum es hier für euch in der Jugendarbeit so spannend ist.

Lisa: Und wir haben eine besondere Folge, denn heute sind Lorenz und ich in der Rolle da, dass wir uns gegenseitig interviewen.

Lorenz: Ganz genau. Wir sind sozusagen gleichzeitig als Expert:innen und als Moderator:innen mit dabei.

Lisa: Genau, ihr kennt uns ja schon. Vom Beziehungsjugendring machen wir hier Politische Bildung.

Lorenz: Ganz genau. Und was auch ein bisschen besonders ist an der Folge ist, dass es schwerpunktmäßig jetzt um die Perspektive der Offenen Jugendarbeit gehen wird. Das hängt damit zusammen, dass wir im Oktober eine Tagung hatten der Offenen Jugendarbeit und da war der Schwerpunkt auch die Kommunalwahl 26 und das haben wir jetzt als Anlass genommen, diesen Podcast aufzunehmen.

Lisa: Genau, deswegen gibt’s diesmal auch keinen Extra Praxistipp, weil die ganze Folge ist voll damit. Wir haben O-Töne dabei, am Schluss vielleicht auch noch eine Fallbesprechung und natürlich Methodenideen. Und alle Links, auf die wir verweisen oder auch die Methoden, die findet ihr auf unserer digitalen Pinnwand von Taskcard, die ist auch verlinkt.

Lorenz: Okay, cool. Dann lass uns direkt mal reinhören in die Stimmen aus der Praxis.

Barkeeper’s Insights. Wir fragen nach in der Praxis.

Edgar: Ich bin der Edgar aus dem Jugendzentrum Gabi in Gablingen. Und was mich ja meistens zum Thema Kommunalwahlen beschäftigt, ist es, den Jugendlichen klarzumachen und auch näherzubringen, dass die Kommunalwahlen die Wahlen sind, bei denen sie das meiste bewirken und auch beeinflussen können, weil das die naheliegendsten Wahl für die sind und die auch direkt ihr Leben in der Gemeinde beeinflussen können.

Lisa: Ja, das ist richtig cool, wie wir vom Edgar schon gehört haben. Die Kommunalwahl ist wirklich die Wahl, die an den Jugendlichen am nächsten dran ist. Denn worum geht’s beim Begriff Kommunalwahl? Also Kommune schon, also um die Gemeinde, oder um die Gemeinschaft. Etwas, was ganz nah bei mir ist. Also von dem etwas, von dem ich Teil bin, ob ich jetzt will oder nicht, einfach nur, weil ich an einem bestimmten Ort lebe, der in einer Gesellschaft politisch verwaltet wird. Und hier bei der Kommunalwahl merkt man auch, um was für Themen geht’s denn? Wo können wir mitbestimmen? Beispielsweise Freizeitmöglichkeiten, Feste oder Skateparks, Busfahrpläne, Sportplätze, Mülleimer, öffentliche Toiletten oder halt auch das Jugendzentrum und damit direkte Aufenthaltsorte von Jugendlichen. Und ganz oft ist es einfach schon so, dass wir bei der Kommunalwahl oder eben auch die Jugendlichen vielleicht gar nicht genau wissen, um was geht’s denn da jetzt eigentlich? Also wer wird gewählt? Wer entscheidet dann über was und was kann ich mitentscheiden? Deswegen ja, da ist schon der erste Anknüpfungspunkt da, um ins Gespräch zu kommen.

Lorenz: Im Jugendzentrum in Dasing, da haben wir nachgefragt, wie die mit dem Thema Kommunalwahl, wie die das mit den Jugendlichen angehen und was sie so beschäftigt.

Shalin: Ehrlich gesagt, wir versuchen Politik einfach in den Alltag einzubauen. Also da, wo sie wirklich was mit dem Jugendlichen zu tun haben, zum Beispiel wenn’s um Freizeitangebote geht, Schule oder auch Busverbindungen. Wir fragen dann eher so was wie, was würdest Du ändern, wenn Du Bürgermeister:in wärst? Und schon sind wir mitten im Thema Politik, ohne dass sie sich nach Unterricht anfühlt. Bei der U18 Wahl ist das besonders cool, weil die Jugendlichen das alles selbst in die Hand nehmen. Von der Planung über Deko bis hin zu den Einladungen von zum Beispiel Politikeri:nnen. Da erleben sie ganz praktisch, dass Politik nicht nur was für Erwachsene ist, sondern sie sich ja auch selbst mit einbringen können und auch mitgestalten können. Ob es Situationen gibt, wo es uns schwerfällt oder was uns auch unsicher macht, kann ich nur sagen, ja klar. Also vor allem, wenn die Meinungen stark auseinandergehen oder es um Themen geht, bei denen wir selbst merken, puh, da gibt’s einfach kein Richtig und kein Falsch, dann versuchen wir eher zu moderieren und zu stellen, das Gespräch offenzuhalten statt direkt zu bewerten. Und manchmal ist es auch gar nicht so leicht, den richtigen Ton zu treffen. Man will ja nicht wie ’n Lehrbuch klingen. Aber meistens hilft’s total, einfach ehrlich zu sagen, gute Frage, da muss ich auch mal drüber nachdenken. Das öffnet oft richtig spannende Diskussionen.

Lisa: In Dasing versuchen Sie also möglichst an der Lebenswelt der Jugendlichen anzusetzen und zum Beispiel einfach mal nachzufragen, was die Jugendlichen ändern würden, wenn Sie zum Beispiel Bürgermeister:in wären. Aber was gibt’s denn da noch für Möglichkeiten, um Politik mit Blick auf die Wahlen greifbar zu machen, zum Beispiel Methoden?

Lorenz: Ja, das ist eine gute Frage mit den Methoden. Ich würde sagen, zunächst mal muss man sich fragen, wozu will man eigentlich irgendwie was jetzt zur Kommunalwahl machen? Also was wollen wir damit erreichen? Und wozu wollen wir eigentlich ein Angebot entwickeln? Und also sollen Jugendliche, Erstwähler:innen konkret auf die Wahl vorbereitet werden oder sollen Jugendliche einen Raum haben, in dem sie sich grundsätzlich mit Demokratie und ihren Herausforderungen wie zum Beispiel Fake News oder so beschäftigen können? Oder soll die Meinung von Jugendlichen einfach nur erfasst werden und in die Politik getragen werden? Oder geht’s eigentlich um Lobbyarbeit, also soll die Politik und die Kandidat:innen für den Bedarf von Jugendarbeit sensibilisiert werden? Und also wenn das dann geklärt ist so weit, würde ich sagen, dann geht’s eigentlich erst darum, wie wollen wir das umsetzen? Welche Methode ist da passend? Und auch da gibt’s eigentlich eine große Auswahl an Möglichkeiten, also einen ganzen Blumenstrauß an Ebenen, wo man sagen kann, wir wollen eher was Niederschwelliges anbieten. Also wo die Jugendlichen einfach im Vorbeigehen sozusagen, im Jugendzentrum irgendwie was machen können. Oder will ich ein ganz großes Event machen, eine zentrale Veranstaltung wie zum Beispiel eine Wahlparty oder so? Oder wollen wir vielleicht auch nur ein Angebot für eine bestimmte Gruppe machen? Also ja, vielleicht ein Workshopformat oder ein offenes Angebot, je nachdem, was da eben anschlussfähig ist bei euch im Jugendzentrum.

Lisa: Haben wir denn dafür vielleicht auch ein paar ganz konkrete Beispiele?

Lorenz: Ja, also auf unserer Pinnwand, wo wir Sachen zusammengestellt haben, da gibt’s zum Beispiel, das find ich total leicht umzusetzen, so ein Pappkandidaten-Quiz. Da könnt ihr einfach die Konterfeis von den Bürgermeisterkandidat:innen von den verschiedenen Parteien als Grundlage nehmen und die auf Pappe kleben als kleine Aufsteller und könnt ein Papier nehmen mit dem, wo ihr die verschiedenen Logos von den Parteien druckt und das dann, dann müssen das die Jugendlichen zuordnen und allein das bringt die schon mal ganz gut in die Diskussionen. Das wäre eine Möglichkeit. Ansonsten haben wir zum Beispiel auch einfach ein Kahoot-Quiz zusammengestellt für euch. Das findet ihr zum Nutzen online bei uns den Link. Und wenn man’s ein bisschen größer oder spielerischer haben will, dann gibt’s ein ganz cooles Detektivspiel von dem Jam aus Unterfranken. Und da geht’s darum, dass man so einen fiktiven Fall von einer Kommunalpolitikerin, also von einer Lokalpolitikerin, Clara Meyer, spielt, die eben Opfer von Fake News wird und man muss rauskriegen, wer dafür eigentlich verantwortlich ist.

Lisa: Ja, das klingt auch nach ganz coolen Ideen, die einfach umzusetzen sind.

Lorenz: Ja, würde ich sagen, auf jeden Fall. Da also gibt’s ganz, ganz viele Möglichkeiten, was man machen kann. Ganz spannend fand ich jetzt an dem O-Ton aber auch noch den zweiten Punkt, den die Shalin da erwähnt hat, wie sie im Juze damit umgehen, wenn sie selber Unsicherheiten vielleicht haben oder sich selber politisch nicht so genau auskennen, wie sie dann drauf reagieren. Und ja, was würdest du denn sagen, wie man damit umgehen kann, wenn man selber da politisch vielleicht unsicher ist mit dem einen oder anderen Thema?

Lisa: Also in allererster Linie ist es erst mal so, also das ist okay. Wir dürfen da auch ganz gnädig mit uns sein und ganz nachsichtig, weil wir müssen nicht in allem Expert:innen sein und wir können das auch gar nicht. Und ich glaub, da ist es ganz wichtig, dass wir das transparent machen und auch mit den Jugendlichen so kommunizieren. Also ich glaub, niemand kann sich mit allem auf der Welt super auskennen und das öffnet dann schon mal den Raum für ein Gespräch. Und ich glaub auch, das ist immer eine Möglichkeit oder vielleicht sogar eine der besten Möglichkeiten, wo wir einfach gemeinsam miteinander wachsen können, wenn wir dann zum Beispiel den Jugendlichen aufzeigen, wo sie sich informieren können oder wie sie sich informieren können oder auch selber mit ihnen einfach recherchieren. Und so würde schon mal das erste Gespräch stattfinden. Genau, ansonsten ist es natürlich auch eine Frage, es kommt drauf an, was für ein Thema angesprochen wird oder was gerade der Konfliktinhalt ist, weil es ist schon auch wichtig, dass wir auf uns selber achten. Also wie sieht’s mit meinen eigenen Ressourcen aus? Wie geht’s mir gerade an dem Tag? Ich hab mal gute und schlechte Tage, wie die Jugendlichen auch, die kommen. Und vielleicht war was ganz anderes der Auslöser, aber wie geht’s mir auch? Also wie viel kann ich in den Konflikt gehen und das auch austragen? Und ich glaub, da ist es auch immer ganz wichtig, die eigenen Grenzen zu benennen. Da muss ich nicht Position beziehen und sagen, ich wähle diese Partei oder jene Partei. Also darum geht’s in dem Moment nicht, sondern es geht die eigene Haltung. Und da haben wir ganz klare Stützen auch, auf die wir gleich auch noch zu sprechen kommen. Aber die eigene Haltung, das sind ja meine Werte. Was vertrete ich denn hier eigentlich grad? Oder wieso nehme ich den Konflikt jetzt grad so wahr, dass er mich vielleicht verletzt oder auch mich traurig macht oder irritiert? Und das sind genau Dinge, die kann ich so auch mit den Jugendlichen besprechen. Also aus der Ich-Perspektive einfach sagen, hey, also irgendwie, das macht mich jetzt grad traurig, was ich gehört hab. Weil also ich finde, je nachdem, um was es natürlich geht, aber hier wird irgendwie grad eine bestimmte Gruppe von Menschen verletzt und das find ich jetzt grad nicht cool.

Lorenz: Ja, ja.

Lisa: Also einfach so, genau, einfach immer erklären, Ich-Perspektive, warum es mir damit vielleicht nicht gut geht und dann auch darüber ins Gespräch kommen. Und ich glaub, deswegen ist es auch, wenn’s mal hitziger wird oder auch die politischen Debatten auftauchen, für mich schon auch wieder immer ein Kern von Beziehungsarbeit eigentlich. Also wie geh ich insgesamt mit Fehlern um oder auch eben mit meinen eigenen Wissenslücken? Und wie gesagt, wenn wir das annehmen als Möglichkeit, gemeinsam zu wachsen. Ja, dann haben wir alle viel gewonnen.

Lorenz: Ja. Ja, und das ist ja eh, die Offene Jugendarbeit sind ja Beziehungsprofis und das ist ja eigentlich sind wir wieder beim Kerngeschäft mit dabei.

Lisa: Ja, eben. Also da sind sie alle Expert:innen aus ihrer eigenen Lebensrealität.

Lorenz: Genau. Wenn wir bei der Unsicherheit bleiben, gibt’s auch noch eine ganz andere Ebene von Unsicherheit von einer weiteren Kollegin, die uns ihren O-Ton geschickt hat. Und da hören wir noch mal zusammen rein.

Elisabeth: Mein Name ist Elisabeth und ich arbeite seit 14 Jahren beim Kreisjugendring Unterallgäu. Im Bezug auf die Kommunalwahl 2026 erfahre ich viel politische Unsicherheit. Es wird viele Wechsel an den Bürgermeisterstellen geben und auch in den Stadt- und Gemeinderäten ist ein großer, eine große Fluktuation zu erwarten. Da werden wir es mit vielen neuen Bürgermeistern und Bürgermeisterinnen zu tun haben, bei denen dann viel Lobbyarbeit anstehen wird. Wir müssen die Jugendarbeit wieder in den Fokus rücken, unsere Arbeit einfach in der Öffentlichkeit darstellen: was tun wir, was leistet Offene Kinder- und Jugendarbeit? Und gleichzeitig ist die Arbeit in den Jugendzentren umso wichtiger, die Arbeit mit den Jugendlichen. Was ist die Kommunalwahl? Was bedeutet einfach auch Demokratie? Welche Werte vertreten wir? Und immer im Hinblick dessen darauf noch die Neutralität zu wahren, die wir in der Jugendarbeit einfach vertreten dürfen und müssen und wollen.

Lisa: Das heißt also, dass viele Kolleginnen und Kollegen in den Jugendzentren noch gar nicht genau wissen, mit wem sie denn zukünftig zusammenarbeiten dürfen oder müssen. Und das ist ja schon eine riesige Herausforderung, wenn wir zum Beispiel eine große Veranstaltung zur Kommunalwahl mit den Politiker:innen machen wollen oder organisieren wollen und ja, mit allen Bürgermeisterkandidat:innen, mit den amtierenden oder mit den künftigen einfach gut gestellt sein wollen, weil wir wissen, was es für die Jugendarbeit bedeutet.

Lorenz: Ja, voll. Ich glaub sogar, komplizierter wird’s auch noch für die Jugendzentren, die eben nicht bei einem Jugendring in Trägerschaft sind, sondern die direkt an eine Gemeinde angehängt sind. Und weil hier dann der direkte Arbeitgeber vielleicht auch der Bürgermeister ist, also der amtierende Amtsinhaber. Und ich denk, in so einer Situation ist es besonders wichtig, dass man sich irgendwie noch mal bewusster wird, welchen eigenen Standpunkt hab ich jetzt bei der Kommunalwahl? Welche Rollen hab ich? Welche Hüte hab ich auf? Und damit eben bewusst umgeht. Und das ist natürlich viel, viel einfach ich in einem Jugendzentrum arbeite, das zu einem Jugendring direkt gehört, weil da einfach klar ist, dass der Vorstand und die Geschäftsstelle für die politische Positionierung eben verantwortlich ist und da eine klare Linie vorgibt. Da kann ich mich dann immer irgendwie darauf berufen. Und hier macht’s auf jeden Fall Sinn, wenn ich mich als Jugendzentrum immer mit meinem Jugendring abstimme. Und jetzt als ein Jugendzentrum in der Trägerschaft von einer Gemeinde kann man sich eben halt überlegen, wie viele Hüte, Rollen schaff ich auch irgendwie? Wie viel trau ich mir da gleichzeitig zu? Und vielleicht macht’s einfach da auch Sinn, von Formaten Abstand zu nehmen, wo die Kandidat:innen zu sehr ins Zentrum gerückt werden, also dass ich mir irgendwie andere Methoden oder Veranstaltungen raussucht, weil sonst passiert’s einfach ganz, ganz schnell, dass man da in dieses Dilemma kommt zwischen Arbeitgeber und Kandidat:innen und so weiter.

Lisa: Das Jugendzentrum Dasing ist ja da so ein Fall, die direkt in der Trägerschaft der Gemeinde sind. Und wir haben die Julia von dort gefragt, wie es denen denn trotzdem gelingt, dass Jugendarbeit im Wahljahr für die Politik präsenter wird. Hören wir mal rein.

Julia: Wir machen Jugendarbeit sichtbar, indem wir hauptsächlich vor allem die Jugendlichen sichtbar machen, zum Beispiel bei Jugendkonferenzen. Da stehen dann einfach ihre Themen selbst im Mittelpunkt. Wir posten dann regelmäßig, was im Jugendzentrum passiert und nutzen dann auch die Gemeindekanäle beziehungsweise die lokale Presse, damit die Öffentlichkeit dann mitbekommt, was Jugendliche eigentlich gerade bewegt, was so deren Themen sind. Und dann versuchen wir auch, die Politik direkt einzubinden. Also da laden wir dann mal eben Bürgermeister und auch mal die Gemeinderäte ins Jugendzentrum ein. Da kann man dann auch mal gemeinsam Aktionen starten. Das haben wir jetzt zum Beispiel beim Tag der offenen Tür, dass wir da ganz speziell auch immer an die Gemeinderäte und den Bürgermeister herantreten oder auch bei unserem Straßenfest, was immer ganz schön ist, wenn man dann einfach auch Jugend und Politiker schön zusammenbringen kann. Und das zeigt dann auch Jugendarbeit ist halt Teil des Gemeindelebens und nicht einfach nur ein Freizeitangebot, was auch noch mal ein paar Augen öffnet und einen neuen Blickwinkel schafft. Wir merken, dass total viele Politiker:innen offen sind. Man muss halt aktiv auf sie zugehen. Jugendarbeit ist jetzt einfach nicht in der Prioritätenliste ganz oben. Wenn man dann aber ins Gespräch geht, merkt man das, hat ja schon ein großes Interesse, weil man’s eigentlich nicht so sieht, wenn man einfach irgendwie im Gemeinderat sitzt und über das Gemeindeleben spricht. Wenn man klarmacht, dass man die Interessen der Jugendlichen vertritt, wird es dann auch ernster genommen. Und da gibt’s natürlich auch Themen, wo man mal unbequem ist, aber es gehört halt dazu. Wichtig ist, dass man dann dranbleibt auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Wir gehen da nach dem Motto, lieber regelmäßig kleine Einblicke geben, als nur einmal im Jahr was Großes zeigen. So bleibt Jugendarbeit und unser Jugendzentrum im Gespräch. Und die Jugendlichen bekommen auch das Gefühl, dass ihre Stimme wirklich zählt.

Lisa: Das klingt ja super in Dasing, oder? Indem Sie die Interessen der Jugendlichen direkt einbeziehen, direkt dort ansetzen in ihrer Arbeit.

Lorenz: Ja, ich glaub, das macht aus mehrerlei Hinsicht Sinn, was die da machen. Zum einen, wie du sagst, sie beziehen eben die Jugendlichen direkt mit ein und schaffen zum Beispiel auch mit dem Format Jugendkonferenzen einen Rahmen, wo einfach die Meinung und die Wünsche und vielleicht auch die Bedenken von den Jugendlichen gehört werden. Und gleichzeitig haben sie was eben mit an der Hand, womit sie dann wieder auf die Politik zugehen können und sagen können, hier, das sind die Forderungen der Jugendlichen. Also es ist wirklich dann sehr authentisch, was sie dann da machen können.

Und da gibt’s übrigens eine ganz coole Handreichung, Anleitung vom Kreisjugendring Ostallgäu. Das heißt „Jugend spricht“ für die Organisation von Jugendkonferenzen, gibt’s auch mit auf unserer Pinnwand. Wer’s aber eine Nummer kleiner haben will als jetzt so eine große Jugendkonferenz, auch da gibt’s ganz viele Möglichkeiten. Also man kann irgendwie eine sozialräumliche Methode zum Beispiel auswählen, wo man zum Beispiel einfach einen Stadtplan vergrößert, im Juze aufhängt und die Jugendlichen markieren lässt mit Pinnnadeln, wo es Orte gibt, die sie in der Gemeinde schön finden, wo sie Verbesserungsbedarf sehen oder wo es vielleicht auch Angst-Orte gibt. Und andere Jugendringe, haben wir auch schon als Beispiele mit aufgeführt, die organisieren so eine Art Shoutbox, wo Jugendliche ihre Meinung, ihr Statement aufnehmen können. Und das kann man dann gesammelt an die Kandidat:innen geben und sie bitten dazu, ein Statement abzugeben und sich dazu zu verhalten. Da gibt’s das Projekt „Hey Bürgermeister“ vom Kreisjugendring Augsburg-Land. Und ganz einfach umzusetzen wär zum Beispiel auch zu sagen, man gestaltet mit Jugendlichen Wahlplakate zu jugendpolitischen Themen.

Lisa: Ja, hier auch noch mal, also ganz kurz, es geht ja bei den jugendlichen Erstwähler:innen weniger die Details von kumulieren und panaschieren, sondern vor allem darum, dass wir halt eben überhaupt ins Gespräch kommen, denen da Möglichkeiten geben, ins Gespräch zu gehen oder ihre eigenen Interessen auch zu äußern. Und dann vor allem echt auch mal, überhaupt mal einen Wahlzettel in der Hand zu halten und sich anzuschauen, was denn da in der Wahlkabine oder mit dem Wahlbrief so auf sie zukommt. Was in dem O-Ton auch noch deutlich geworden ist, ist, dass Lobbyarbeit für Jugendthemen einfach kein Selbstläufer ist, sondern dass es immer wichtig ist, dass wir da kontinuierlich dranbleiben und die Jugendthemen in den Gemeinden immer präsent halten.

Lorenz: Voll. Also ich glaub, dass die Erfahrung, die die hier geteilt haben eben, dass Politik, Politiker:innen, wenn wir auf sie zugehen, wirklich durchaus aufgeschlossen sind für Jugendthemen. Aber die meisten haben das halt einfach nicht auf dem Schirm. Und deswegen ist es wichtig, dass wir da diese Jugendthemen auch immer wieder mit aufs Tableau heben.

Lisa: Ja, und umso schöner ist es dann eben, wenn’s von den Jugendlichen direkt kommt.

Lorenz: Ja, genau. Und ganz cool fand ich bei dem Beispiel jetzt auch, dass sie eben mit der Jugendkonferenz auch aus dem Jugendzentrum rausgehen. Also da spricht zwar viel dafür auch irgendwie zu sagen, man nutzt den Heimvorteil im Jugendzentrum irgendwie was zu machen mit den Jugendlichen. Aber gerade wenn dann viele Politiker:innen irgendwie kommen, dann hat das schnell so einen Zoocharakter, dass irgendwie die Jugendlichen angestarrt werden oder so oder sich so fühlen zumindest. Und das spricht dann auf jeden Fall auch dafür, dass man sich überlegt, ob’s nicht Sinn macht, einen neutralen Ort oder einen anderen Ort zu wählen, wo man rauskommt und wo man gleichzeitig auch als Veranstalter nicht so den Druck, den Stress hat, dass man sich jetzt irgendwie so präsentieren muss und dass man gleichzeitig Gastgeber und Veranstalter und so weiter ist, ne. Das werden dann wieder ganz viele Hüte auf einmal.

Lisa: Also wenn’s ein Format sein soll, bei dem Jugendliche direkt mit den Kandidat:innen in Kontakt kommen, kann’s vielleicht eben auch ein lockerer Rahmen als eine Podiumsdiskussion sein. Und zum Beispiel so was sein wie gemeinsam zu kochen, da haben wir auch schönes Beispiel aus Aachen mit einem Cook & Talk oder auch der Klassiker Speed Dating. Also ich glaub, Essen und Politik zusammen bringen ist auch immer eine gute Idee.

Lorenz: Mir fällt gerade noch ein, vom Bayerischen Jugendring ist grade in Planung, dass es auch noch mal so eine Art Infoflyer für Jugendbeauftragte und für Politiker:innen geben soll. Was ist Offene Jugendarbeit überhaupt? Warum ist das wichtig? Also da kann man sich darauf freuen, dass da, ich glaub, Ende November, müsste der rauskommen, kann man den dann an die Politik auch geben und hat dann gleich was dazu in der Hand. Und der Kreisjugendring Ostallgäu und Donauries, die organisieren gemeinsam so eine Starterpaket dann für Jugendbeauftragte, die neu gewählt werden. Das kommt auch demnächst.

Ein anderes Thema, das wirklich auch während der Tagung immer wieder vorkam, aber auch wenn wir mit anderen Anfragen, unseren Verbänden und Jugendringen in Kontakt sind, immer wieder zu hören ist, ist die Frage, wie kann man mit Parteien umgehen, die nicht zum demokratischen Spektrum gehören? Ja, also zum Beispiel eben bei einer Podiumsdiskussion oder wenn man eine Veranstaltung macht, wen sollte man einladen und darf man andere nicht einladen? Was meinst Du dazu?

Lisa: Mhm. Also ganz wichtig ist da wieder, wir haben’s auch schon angesprochen, ist das Format jetzt halt überhaupt das Richtige? Also das würd ich erst mal hinterfragen. Passt das zu uns? Haben wir die Ressourcen dazu? Oder müssen wir uns jetzt grad hier mit einer Frage auseinandersetzen, die eh nicht in unsere Ressourcen passt? Weil eine Podiumsdiskussion einfach auch spannend und kurzweilig und jugendgerecht aufzuarbeiten, wenn wir wissen, dass sie auch Social Media oder Gaming oder Quizshows eher gewohnt sind, das ist schon ein ganz schön großer Aufwand. Und da muss man sich schon überlegen, wie wir die Jugendlichen bei der Organisation vorab beteiligen können und wie sie vielleicht auch selber bei der Veranstaltung mit digitalen Tools miteinbezogen werden könnten. Aber genau, die wichtigste Frage dafür ist eher für diese Großveranstaltungen, für die sich diese Frage stellt, wie ich mit Parteien umgehe, ist es gerade wirklich zielführend für das, wenn ich zur Kommunalwahl informieren möchte oder für mein Format überhaupt im Jugendzentrum? Ja, es kommt auch wieder die Ressourcenfrage insgesamt zu Geld und Technik. Brauchen wir eine externe Moderation? Also ihr seht, es zieht einen Rattenschwanz mit sich. Vielleicht stellt sich diese Frage dann erst mal gar nicht.

Lorenz: Es kann aber ja auch sein, dass man eine Vorgabe hat, sozusagen. Also wenn unser Vorstand irgendwie sagt: organisiert eine Podiumsdiskussion zur Wahl, dann ja, ist dann auch die Frage, wie man damit umgeht. Und also aus meiner Sicht ist es dann vor allen Dingen wichtig, dass ich mich als Mitarbeitender irgendwie mir die Frage stelle, schaff ich das, den Raum da zu halten? Und trau ich mir das irgendwie zu, die Moderation zu übernehmen? auch jemand Externes, der dann moderiert so zu briefen, dass er ja, auch wenn’s mal heißer hergeht, irgendwie den Raum halten kann, die Bühne halten kann. Und also ganz grundsätzlich wird das ja intensiv diskutiert, ob das möglicherweise vielleicht auch extremen Positionen, extremen Parteien eher hilft, wenn wir sie ausschließen und die gar nicht zu Wort kommen lassen. Andere vertreten eher den Standpunkt, dass man extremen Stimmen einfach gar keine Bühne und gar keinen Raum geben darf. Beides hat irgendwie seine Berechtigung und letztendlich muss ich aber als Veranstalter, als Mitarbeitender mir überlegen, krieg ich das so hin und was bedeutet das für mich? Welche Hüte und welche Rollen hab ich da?

Lisa: Ja, da gibt’s keine one-fits-all-Lösung auf jeden Fall, weil wie du schon sagst, das hängt wieder mit den eigenen Ressourcen zusammen so. Und aber an sich ist es schon so, ich weiß, wir sehnen uns da alle irgendwie immer nach ein bisschen Halt. Also was gibt uns Orientierung, wenn wir diese Vorgabe bekommen? Und dann ist es einfach wirklich so, also wir halten uns immer an die freiheitlich demokratische Grundordnung und an das Grundgesetz. Und das basiert auch wieder auf Werten, dann wären wir auch wieder beim Thema Haltung, aber da steht zum Beispiel: die Würde des Menschen ist unantastbar. Und das kann mir immer ein Argumentationspfeiler sein im Umgang in der Moderation, am Podium oder auch im Konflikt in einem Jugendzentrum oder in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Parteiperspektiven.

Lorenz: Ja, ganz genau. Und wir sind ja eigentlich, die allermeisten sind Mitglied im Bayerischen Jugendring in der außerschulischen Jugendarbeit und da gibt’s ja die Präambel zu der Satzung, als der Bayerische Jugendring gegründet wurde und da steht ja wortwörtlich auch mit drin: Wir wehren uns gegen jede Form der Diktatur und Nationalismen und Diskriminierung jeglicher Art erteilen wir eine deutliche Absage. Und ich find, das gibt auch schon eine sehr klare Orientierung mit, was wir dürfen oder was wir sollten und was eher so unsere Grundpfeiler sind einfach.

Lisa: Genau, das wär natürlich, was sonst auch noch eine Möglichkeit ist, ist zu sagen, im Vorfeld der Veranstaltung, es wird sich angemeldet, wir entwerfen ein Formular und da gibt’s einen schönen Block, in dem dann steht zur Kenntnis genommen, in dem einfach formuliert wird, dass in der Veranstaltung keine menschenverachtenden rassistischen oder sexistischen Äußerungen geduldet werden. Häkchen setzen, zur Kenntnis genommen, ist auf jeden Fall eine Absicherung für euch und für uns, wenn wir eine Veranstaltung planen.

Lorenz: Genau, dann kann man auch viel leichter bei der Veranstaltung selber, also wenn man dann das Gefühl hat, es läuft jetzt aus dem Ruder und eine Person hält sich da eben nicht dran, kann man auf das Hausrecht verweisen und kann auf diesen Hinweis, dem alle zugestimmt haben, verweisen und dann ist es auch leichter, jemanden vor die Tür zu setzen, im Extremfall jetzt.

Lisa: Okay, oft wird in dem Zusammenhang ja auch mit dem vermeintlichen Neutralitätsgebot diskutiert. Und der Begriff aber, Neutralitätsgebot, wird in der Kinder- und Jugendarbeit häufig falsch verwendet und politisch instrumentalisiert, also vielleicht auch Angst gemacht damit. Und wir wollen mal da drauf ein bisschen genauer hinschauen, was hat’s denn eigentlich damit auf sich und was hat das auch eine für eine Bedeutung für die außerschulische Jugendbildungsarbeit?

Lorenz: Ja, also ganz grundsätzlich können wir schon mal vorab sagen, da gibt’s sowohl vom Bayerischen Jugendring eine ganz coole Arbeitshilfe und kürzlich jetzt rausgekommen ist auch eine Broschüre vom Deutschen Bundesjugendring, die heißt „Haltung statt Neutralität“, wo da wirklich sehr, sehr ausführlich noch mal drauf Bezug genommen wird.

Lisa: Und wer ist denn jetzt eigentlich tatsächlich zur Neutralität verpflichtet?

Lorenz: Also eigentlich richtet sich das Thema Neutralität, Chancengleichheit an den Staat und staatliche Institutionen. Und da geht’s darum, dass sozusagen alle Parteien die gleichen Chancen bei der Wahl haben sollen. Gleichzeitig gibt’s kein parteipolitisches Neutralitätsgebot, das für Jugendverbände oder Jugendringe und die außerschulische Jugendarbeit gilt, also für nichtstaatliche Organisationen, würde man sagen, so wie du gerade gesagt hast, dass es eher ein Mythos ist.

Lisa: Also gibt’s denn auch so Rechte und Pflichten von Jugendverbänden und von Jugendringen, wenn wir auf den Begriff noch mal gucken mit dem Neutralitätsgebot?

Lorenz: Ja, also ich würd sagen, grundsätzlich sind’s natürlich Träger:innen von Grundrechten, also Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit und so. Das muss natürlich von allen eingehalten werden. Jugendverbände und in der Jugendarbeit darf ausdrücklich Haltung bezogen werden. Und auch politische Positionen dürfen bezogen werden, auch kritisch gegenüber einzelnen Parteien. Sie dürfen auch rechtsextreme oder menschenfeindliche Positionen klar benennen und ablehnen. Und gleichzeitig ist aber natürlich wichtig, dass wir unserer pädagogischen Verantwortung gerecht werden. Also junge Menschen ja in der Auseinandersetzung denen nicht irgendwie vorschnell, die auszugrenzen und abzustempeln oder so, sondern hier in Beziehungsarbeit zu gehen und differenziert irgendwie in Dialoge mit einzubinden.

Lisa: Mhm. Und wenn wir das hören, da sind wir auf jeden Fall, also mit dem Beutelsbacher Konsens auch immer auf einer guten Seite einfach zu sagen, also hier geht’s um Kontroversität und um Mündigkeit und eben nicht um Neutralität. Also das ist genau das, wenn wir über Haltung und Werte sprechen. Die Aufgabe ist, glaube ich, Perspektiven darzustellen, wie du vorhin methodisch auch gesagt hast mit dem Blumenstrauß. So ist es einfach auch mit Weltsichten und wir müssen, Demokratie bedeutet für mich in dem Moment auch zu sagen, dass wir den Umgang damit finden, mit verschiedenen Perspektiven hier zu leben.

Lorenz: Ja, ja. Und der Beutelsbacher Konsens sagt ja auch, unser Auftrag in der politischen Bildung ist eine Zielgruppenorientierung. Das heißt, wir müssen gucken, welche Themen beschäftigen die Jugendlichen und diese dann auch mitzuvertreten. Also gerade wenn Jugendliche einfach in diesen Zeiten irgendwie sehr viel Unsicherheit über Klima, über Arbeit, über ihre Zukunft erleben oder so, dann ist es unsere Aufgabe, da Zuversicht und Beteiligungserfahrungen zu ermöglichen und auch diese Themen für die Jugendlichen oder mit den Jugendlichen in die Politik und in die Gesellschaft zu tragen. Also da haben wir einen ganz klaren Positionierungsauftrag.

Lisa: Und vor allem, wenn wir, wie wir alle wissen, dass die Stimmen der Jugend oft leiser wahrgenommen werden als die der Erwachsenen.

Lorenz: Ganz genau. Ja, Lisa, lass uns doch noch mal kurz zusammenfassen, was jetzt so aus der Folge vielleicht die Takeaways sind.

Lisa: Ja, also ganz wichtig an allererster Stelle muss ich sagen, also so wie ich unsere Mitglieder hier kenne und auch mit euch zusammengearbeitet hab, weiß ich, dass ihr die Expert:innen sowieso schon seid. Also ihr setzt euch hier ein jeden Tag und allein das sagt schon was über eure Haltung aus. Und Haltung zeigen ist einfach schon professionelle Jugendarbeit. Und das können wir so mitnehmen und da dürft ihr ganz viel Selbstvertrauen haben in dem Umgang mit den Situationen, weil ihr einfach schon so viel mitbringt.

Lorenz: Ja, das find ich auch voll wichtig. Und wichtig ist auch, dass Politische Bildung eben nicht Parteipolitik bedeutet, und ihr dürft euch äußern.

Lisa: Und auch die OKJA darf und soll sichtbar sein. Klar, grade in einem Wahljahr, aber auch immer darüber hinaus. Genau, immer kontinuierlich dranbleiben und da wissen wir auch über eure Arbeit und das macht ihr schon sehr gut.

Lorenz: Und Unsicherheiten gehören dazu, weil wir können nicht alles wissen, man muss nicht alles wissen, aber man darf eben auch Fragen stellen. Und es ist cool, wenn man dann das auch als Gelegenheit, als Anlass nutzt, mit den Jugendlichen gemeinsam Antworten zu suchen.

Lisa: Genau und da sagst du’s schon, also mit den Jugendlichen gemeinsam. Die Jugendlichen, die wollen auch beteiligt werden und wir wissen es alle selbst so. Also wir müssen einfach nur schauen, wo können wir in ihrer Lebensrealität anknüpfen? Wie können wir ihnen zeigen, dass es wichtig ist, was sie zu sagen haben, dass ihre Themen zählen und dass es einfach vollkommen in Ordnung ist, so ihre eigene Form der Beteiligung auch zu finden. Genau. Also echte Themen, echte Orte und echte Wirkung.

Lorenz: Sehr schön gesagt. Genau. Ja, also ich denk, das wichtig ist, dass ihr euch traut, irgendwas zur Kommunalwahl zu machen. Also macht lieber kleine Schritte, macht lieber kleine Angebote, kleine Formate. Umgekehrt zu sagen, ich steck den Kopf in Sand und informier mich nicht und mach nichts zur Kommunalwahl. Das ist eigentlich keine Option, weil die Kommunalwahl findet so oder so statt, auch ohne uns. Und da ist es dann natürlich umso wichtiger, dass wir uns mit einbringen.

Lisa: Alle Methoden und alle Materialien und auch die Praxisbeispiele, die findet ihr auf der digitalen Pinnwand von Bezirksjugendring.

Lorenz: Sehr schön und dann ja danke euch fürs Zuhören.

Lisa: Genau, vielen lieben Dank.

Vielen Dank euch fürs Reinhören. Wir hoffen, ihr konntet jede Menge Inspiration, Wissen und Praxistipps für eure Arbeit mitnehmen. Ein kurzer Blick nach vorn: am 14. Januar findet unser offener Onlinestammtisch statt. Eine schöne Gelegenheit, sich mit anderen Aktiven der politischen Bildungsarbeit auszutauschen, natürlich auch zur Kommunalwahl. Schaut außerdem gerne in unseren Newsletter des Bezirksjugendrings – alle wichtigen Termine und Neuigkeiten findet ihr dort. Anmelden könnt ihr euch direkt über unsere Website. Und am 21. März laden wir euch herzlich zum Barcamp Politische Bildung in Augsburg ein. Diesmal dreht sich alles das Thema Politische Bildung und Künstliche Intelligenz. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns in der Podcast App eures Vertrauens und hinterlasst uns gern euer Feedback oder schreibt uns einfach an info@bezjr-schwaben.de. Wir freuen uns auch über eure Themenwünsche für kommende Folgen.

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